Mittwoch, 1. August 2012

Die schönste Blume

Die Parkbank war verlassen, als ich mich dort unter einer alten Weide zum Lesen hinsetzte.
Ich war vom Leben enttäuscht und hatte allen Grund, ein säuerliches Gesicht zu machen –
irgendwie hatte sich die ganze Welt gegen mich verschworen. Und als ob es mir nicht schon schlecht genug ginge, kam plötzlich ein Junge auf mich zu, noch ganz außer Atem vom Spielen.
Er stellte sich mit gesenktem Kopf vor mich hin und sagte aufgeregt:
 „Guck mal, was ich gefunden habe!“
In seiner Hand war eine alte, verblühte Blume, ein wirklich erbärmlicher Anblick. Sie hatte
offenbar nicht genug Licht oder Regen abbekommen, jedenfalls hingen ihre Blütenblätter alle schlapp herab.
Ich lächelte gekünstelt, damit mich der Junge endlich in Ruhe ließ. Aber anstatt zu gehen, setzte er sich neben mich auf die Bank. Er hielt sich die Blume an die Nase und erklärte in gespielter Überraschung:
 „Die richt ja ganz gut. Und schön ist sie auch. Deshalb habe ich sie ja auch gepflückt. Hier sie ist für dich.“
Die Pflanze hatte keinerlei Leben mehr in sich, sie war nur noch ein farbloses Gewächs. Aber mir war klar, dass der Junge nicht eher gehen würde, bis ich sie angenommen hatte. Also griff ich nach ihr und sagte:
„Danke, so etwas hat mir gerade noch gefehlt.“
Aber der Junge hielt die Blume nur weiterhin sinnlos in die Luft. Erst in diesem Moment bemerkte
ich, dass er meine geöffnete Hand nicht sah – er war blind.



Mit zitternder Stimme bedankte ich mich dafür, dass er die schönste ausgesucht hatte. Und während mir Tränen in die Augen schossen, sagte er:
 „Keine Ursache“, lächelte und machte sich wieder ans Spielen.
 Er hatte nicht bemerkt, was er bei mir bewirkt hatte. Ich saß da und fragte mich, wie er es geschafft hatte, eine in Selbstmitleid versunkene Frau auf einer Parkbank zu sehen. Wie wusste er von meiner selbst verursachten Trübsal?
Vielleicht hatte er es im Herzen gespürt, mit dem er mehr sehen konnte als mit den Augen.

Durch die Augen eines blinden Kindes konnte ich schließlich sehen, dass nicht die Welt das Problem war, sondern ich. Und so schwor ich mir, für all die vielen Male, da ich selbst blind gewesen war, nun das Schönste im Leben zu sehen und mich über jede Sekunde meines Lebens zu freuen. Dann hielt ich mir die verwelkte Blume an die Nase und atmete den Duft einer wunderschönen Rose ein. Ich musste lächeln, als ich den Jungen sah, der mit einer neuen Blume in der  Hand auf einen alten Mann zuging, der noch nichts von seinem Glück ahnte.

Kommentare:

  1. Hallo liebe Petra, ich freu mich, mal wieder was von Dir zu lesen. Eine sehr schöne Geschichte, die hoffentlich von Vielen gelesen wird. Stimmt, Selbstmitleid macht blind für die vielen schönen Dinge, die das Leben täglich für uns bereit hält. Grüssle von Frieda

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  2. Hallo Petra
    Schön dass du wieder unter uns weilst....
    LG

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  3. @ Gito & Frieda,
    Hallo ihr beiden,
    ja so langsam komm ich wieder in die Gänge, weiß auch nicht was mit mir los war.
    Ich hab aber vor jetzt wieder öfter hier zu sein.
    Danke für eure Kommis.

    LG an euch

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  4. Der Software-Gigant enthüllte einen eigenen umfangreichen Dienst – Outlook.com soll Hotmail ablösen.

    Hotmail war einer der ersten E-Mail-Dienste, die es im Internet überhaupt gab, und den Microsoft im Jahr 1998 gekauft hatte.

    „Wir denken, es ist an der Zeit, die persönliche E-Mail neu zu erfinden“, erklärte der zuständige Microsoft-Manager Chris Jones im Firmen-Blog.

    Laut einem Microsoft-Tweet gibt es bereits kurze Zeit nach der Veröffentlichung eine Million Anmeldungen für den noch im Test befindlichen Dienst! Wer sich seine persönliche E-Mail-Adresse sichern möchte, sollte daher schnell handeln. Bisherige Hotmail-Nutzer können ihre Accounts mit einem Klick im Options-Menü („Upgrade to Outlook.com“) in Outlook.com übernehmen (so lange sie @outlook.com noch frei ist).

    Achtung: Laut „Zdnet“ warnt Microsoft Windows-Phone-Benutzer davor, ihre E-Mail-Adressen ganz zu ändern. Dies könne andere Dienste – wie etwa Xbox Live oder Skydrive – beeinflussen.

    Outlook.com, benannt nach dem verbreiteten Mail- und Büroprogramm Outlook, bricht mit der Vergangenheit und ist von Grund auf neu gestaltet worden.

    Die Oberfläche von Outlook.com ist betont schlicht gehalten. Microsoft wirbt mit dem, was unter der Haube steckt.

    Der neue Dienst lässt sich bei Bedarf mit sozialen Netzwerken wie Twitter, Facebook und LinkedIn verknüpfen. Per E-Mail zugesandte Dokumente lassen sich direkt anschauen und bearbeiten – Microsoft hat Outlook.com mit Online-Versionen seiner Büroprogramme Word, Excel und PowerPoint ausgestattet. Daten können außerdem direkt in Microsofts Cloud-Dienst Skydrive abgelegt werden.

    Vielleicht ist/war das der Grund !?

    Ich wünsch Dir einen tollen Sonntag

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    1. Hi Hilde,
      kann ich mir nicht vorstellen, ich hör jetzt zum ersten Mal von diesem neuen Dienst.
      Hört sich aber gut an, werd ich mir auf jeden Fall mal ansehen.

      LG

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  5. Vorstellen konnte ich mir das auch nicht, aber jetzt stecke ich schon mittendrin in den Problemen! Ich habe noch kein Upgrade gemacht und trotzdem kann ich schon nicht mehr auf mein eigenes Profil -geschweige denn auf die Profile meiner ehem. Spacefreunde. Beim Messi bin ich dauernd angemeldet und komm mit Abmelden nicht mehr nach. Das Ganze erinnert mich an den Übergang von Space auf WP = freiwilliger Zwang.
    Grüssle von der genervten Frieda

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    1. Hi Frieda,
      bei mir war es so, dass ich gar nicht mehr auf mein altes Email-Konto zugreifen konnte.Trotzdem bekamen Freunde von mir ständig Emails die ich niemals verschickt hatte.

      Ja dem Space trauere ich immer noch nach.

      LG Petra

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    2. Hallo Petra, das ist ja interessant! Ich habe dafür laufend Mails von "Spacefreunden" bekommen, die diese aber nicht verschickt haben! Die Links in den Mails führten jeweils in das Werbewunderland. Sieht ganz so aus, daß sich bei diesen Umstellungsarbeiten mal wieder Hinz und Kunz an den Mail-Adressen bedienen konnten. lg Frieda

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Hey du . . . ja dich mein ich . . . über ein Kommentar würde ich mich sehr freuen.
Danke für deinen Besuch.